[da:HAIM]
„Ich komme von Kosovo. Ich habe gelebt in einer Stadt, die Podujeva heisst, in der Nähe der Hauptstadt. Durch Podujeva fließt ein Fluss. Normalerweise ist er nicht sehr tief, aber manchmal, wenn es regnet, füllt er sich mit Wasser und verlässt sein Bett und verteilt sich in der Stadt. Dieser Fluss hat einen Namen. Er heißt Llapi und so die [anderen] Städte nennen uns „Llapi“. Wir haben einen großen See, in dem wir manchmal Schwimmen gehen. Er heißt Batllava. Meine Stadt hat 72 Dörfer. Podujeva ist von der Fläche her die größte Stadt. Es gibt Berge und Wald.
Mir gefällt am Besten, wenn ich das Dorf besuche, in dem mein Vater geboren wurde!!...“Text von Latif anläßlich der KUNSTASYLtours zu 48 Stunden Neukölln, 2015
BEDRIE, SHABAN, ANITA, ENDRIT und LATIF wohnten seit dem 29.12.2014 daHEIM in Zimmer 212. Der Letzte Aufschub endete für die Familie in den frühen Morgenstunden des 1. Oktober 2015 Mit ihrer Abschiebung. Sie kehrten nach Podujeva zurück. Demjenigen, der „morgendlich begleitet“ ausreisen muss, bleibt nicht viel Zeit: Innerhalb von 30 Minuten müssen die Habseligkeiten verpackt sein, Koffer und Tasche dürfen dabei ein Gewicht von 20kg | Person nicht überschreiten.
In den Räumen bleibt der schale Atem erloschener Hoffnung zurück und das, was im Handgepäck keinen Platz mehr fand.
Den mit Portaits ihrer Besitzer beduckten Kleidungsstücke gegenüber sind die "Leftovers" : eine Serie von Objekten, die In Raum 212 liegenblieben. In einer Toninstallation erzählt Latif von seinem Fluchtweg aus dem Kosovo nach Berlin und beschreibt seine Empfindungen als Asylsuchender in Deutschland.
Bashkim und Gazi besuchen die Installation am Tag nach der Ausstellungseröffnung. Bereits am Gehen sagt Bashkim: "Ich hab Jahrestag... heute vor einem Jahr bin ich in Ungarn angekommen". Gazi ergänzt: "Ich hab auch bald Jahrestag: In einer Woche lebe ich seit einem Jahr im HEIM". Dann fügt er hinzu "Was ist so ein Jahr für ein Jahr".
Die Einsichten in flüchtige Leben wurden konzipiert und realisiert von Dachil Sado und barbara caveng.
Das Quartiersbüro befindet sich in der Spandauer Neustadt in der Kurstraße 5, 13585 Berlin.Sie können täglich Einsicht nehmen. Bitte vorher anrufen oder E-mailen: Tel. (030) 28 83 22 28 | team[at]qm-spandauer-neustadt[.]de
Detail Installation "212": Leftovers/ Verpackungsmaterial von Bettgestellen, Zurückgebliebenes, 420 x 100cm
Detail Installation "212": Leftovers/ Verpackungsmaterial von Bettgestellen, Zurückgebliebenes, 200 x 100cm
Installation "212": Leftovers/ Verpackungsmaterial von Bettgestellen, Zurückgebliebenes, 200 x 100cm
Detail Multiple "gespendet & gestempelt" | Kleidungsstücke, gebraucht, mit KUNSTASYLlogo handgestempelt & Multiple "KUNSTASYL-MÜTZEN", handgefertigt mit eingestricktem Schriftzug
SCHIFF für Melisa | Objekt von Dachil Sado: Melisa hatte sich nach dem Besuch der Südseeabteilung des Ethnologischen Museums ein Schiff zu ihrem Geburtstag am 1. Dezember gewünscht: Dachil hat es ihr gebaut

































