Ein Tag beginnt.
Ich suche Mohamed. Mohamed spricht deutsch. Zimmer - Nr. 217.
Klopfen. Dumpfe Geräusche hinter der Tür, sie geht auf. "Hallo, ich bin Therry. Bist du Mohamed?" "Ja." "Sprichst Du deutsch?" "Nein." ...wir reden auf englisch weiter. "Hier heißen viele Mohamed. Soll ich Dir helfen?" Wir klopfen an weiteren Türen. Einen Mohamed der deutsch spricht finden wir nicht, aber innerhalb kürzester Zeit erfahre ich, dass der Mann der vor mir steht Ingenieur ist. Ebrahim Mohamed, er kommt aus Ägypten. Schon eineinhalb Jahre hier. Seine Familie ist noch dort. Er vermisst sie. Er will in Frieden Leben. "Unabhängig von den Religionen sollten die Menschen in Frieden leben. Jeder sollte seine Religion haben können, egal welche, seine Meinung äußern dürfen... it has to grow up a new generation..."
Seine Augen glänzen. Die Sätze sprudeln aus ihm heraus. Wir verabschieden uns. Immer noch verblüfft von seiner Offenheit, seiner Klarheit, gehe ich den kahlen Gang entlang nach draußen. Ein Tag beginnt.
