Ikarus

12.03.2015 daHEIM

Zwei Kinderarme wirbeln durch die Luft, ein Jauchzer frohlockt über allen Sprechgeräuschen im Raum. Das Kind könnte gerade auf einem Riesenrad einen Höhenflug erleben. Das Kind steht im "Aufenthaltsraum" des Heimes, den Kopf in den Nacken gelegt, den Blick nach oben gerichtet, die Arme zum Flug ausgebreitet.

 

E I E R quietscht der zweinhalbjährige Nour. E I E R, von Dakel und Aymen an einer jener Styropordecken befestigt, die als kritisches Emblem der 70er-Jahre Baukunst in Innenräumen dienen kann. Nour tanzt im Gespann mit vier Freunden ein Ringelreihen zwischen Resopaltischen.
Wer im Raum ist, lächelt. Irritiert schaue ich mir die Szene an, berührt, ob der Wirkung die das Dutzend bunt bemalter Eier erzeugt. Die karge österliche Dekoration macht den Raum nicht schöner, sondern lässt seine Defizite noch deutlicher in Erscheinung treten. Aber wie schon so oft in den vergangenen zwei Wochen wird klar, wie wenig es  an Eingriff braucht, um den Raum physisch und sozial zu verändern.
Immer mehr Bewohner biegen von dem Tumult angezogen um die Ecke, manche setzen sich. Stoisch ringt der Deutschkurs die Grammatik nieder. Wir gehen, die Stimmung ist heiter.

Hameed | Aymen: Morgendliches Schablonen schneiden für den Schriftzug KUNSTASYL

Montagen der Entwürfe für die Bemalung des Bauwagens

Blauabgleich für den Entwurf der Frontseite von Amir

Von der Diskussion um die Entwürfe...

zum Eiermalen: Ayiza | Sham | Khaled

Ayiza

Serdar | Dakel

Faris

Ali | Nour