Ikarus
E I E R quietscht der zweinhalbjährige Nour. E I E R, von Dakel und Aymen an einer jener Styropordecken befestigt, die als kritisches Emblem der 70er-Jahre Baukunst in Innenräumen dienen kann. Nour tanzt im Gespann mit vier Freunden ein Ringelreihen zwischen Resopaltischen.
Wer im Raum ist, lächelt. Irritiert schaue ich mir die Szene an, berührt, ob der Wirkung die das Dutzend bunt bemalter Eier erzeugt. Die karge österliche Dekoration macht den Raum nicht schöner, sondern lässt seine Defizite noch deutlicher in Erscheinung treten. Aber wie schon so oft in den vergangenen zwei Wochen wird klar, wie wenig es an Eingriff braucht, um den Raum physisch und sozial zu verändern.
Immer mehr Bewohner biegen von dem Tumult angezogen um die Ecke, manche setzen sich. Stoisch ringt der Deutschkurs die Grammatik nieder. Wir gehen, die Stimmung ist heiter.












